Im Dezember 2009 nahmen wir Abschied von unserer Kollegin Anke Weinkopf, die lange Jahre ein geschätztes Mitglied unseres Teams war. Sie verstarb nach schwerer Krankheit.

In Lüneburg und Umgebung hat Anke viele Spuren hinterlassen. 20 Jahre hat sie als Hausgeburtshebamme gearbeitet, lange Zeit als einzige in der Region.

Dabei war ihr neben Naturheilkunde und Spiritualität vor allem das ursprüngliche Hebammenhandwerk wichtig. Durch die langjährige Erfahrung und ihre Offenheit für Neues hatte sie einen immensen Wissensschatz, den sie gerne an uns weitergab, wenn wir sie bei „verzwickten Fällen“ um Rat fragten. Auch bei verschiedenen Fortbildungen ließ sie uns an ihrer großen Erfahrung teilhaben.

Anke hat in Lünbeburg viel für die gesamte Hebammenschaft getan. Sie hatte sehr viele Kontakte zu Kolleginnen, KinderärztInnen und GynäkologInnen. Immer wieder hat sie es geschafft, viele verschiedene Leute durch ihre zugewandte Art an einen Tisch zu bringen. In der überregionalen Berufspolitik und im Hebammenverband war sie ebenfalls gut bekannt.

Sie hat bei den Teamtreffen immer wieder viele Anstöße gegeben, obwohl oder gerade weil sie Teamarbeit immer wieder ambivalent gegenüberstand.

Mittelpunkt ihrer Arbeit war jedoch immer die Frau, die Familie. Auf jede Einzelne hat sie sich tief eingelassen und gehörte bei unglaublich vielen irgendwann fast zur Familie dazu. Bei den Hausgeburten, dem Kernstück ihrer Arbeit, strahlte sie Ruhe und Kraft für die Gebärenden aus. Sie war Hebamme mit Leib und Seele, mit ihrem ganzen Herzen dabei.

Anke hat stets mindestens für zwei Hebammen gearbeitet. Auch als sie schon lange krank war, hat sie es die Frauen bei Geburten nie spüren lassen. Erst ganz zum Schluss konnte sie Abschied von ihrer Arbeit nehmen.

Wir werden uns immer mit Wärme und Verbundenheit an sie erinnern.

 

Meike Bernoth, Judith Hartmann, Miriam Joseph, Vera Krause und Anke Polzer