Das geborgene und sichere Gefühl der gewohnten Umgebung für mich während der Geburt und für unsere kleine Tochter direkt nach ihrer Geburt war für mich ein so schöner Gedanke, dass ich die Überlegung zu einer Hausgeburt schon direkt von Beginn der Schwangerschaft an hatte. Mein Mann hat mich in meinem Wunsch für eine Hausgeburt unterstützt. Das hat mir viel Kraft und Sicherheit gegeben.

Daher habe ich mich frühzeitig nach einer Hebamme für eine Hausgeburt umgesehen. Auf Empfehlungen hin bin ich dann bei Vera Krause und damit beim Hausgeburtsteam gelandet.
Verunsichert haben mich Berichte von Bekannten über die starken Schmerzen und den Ablauf einer Geburt, sodass die Option einer PDA in meinen Gedanken auch eine Rolle spielte. Daher haben wir uns auch Krankenhäuser angesehen, um im Notfall vorbereitet zu sein. Die Besuche in den Krankenhäusern haben mich jedoch in meinem Wunsch, eine Hausgeburt zu erleben weiterhin bestärkt. Auch die Gespräche mit meiner Hebamme Vera haben mir stets Sicherheit und viel Halt gegeben, um den immer mal wieder aufkommenden Unsicherheiten und Ängsten gut begegnen zu können.
Meine Schwangerschaft war recht unkompliziert und eine schöne Zeit, bis auf die Übelkeit, die mich bis in den siebten Monat hinein begleitete. Unsere Tochter lag schon sehr früh in der richtigen Position und ich hatte das Gefühl, dass sie bereits sehr gut auf die Geburt vorbereitet ist.
Mein Stichtag war dann Ende Januar und da Vera noch bis kurz vor dem Termin Urlaub hatte, hoffte ich, dass unsere kleine Dame sich auch bis dahin Zeit lassen würde, auch weil ich die bereits bekannte Ruhe von Vera bei meiner ersten Entbindung gern dabei haben wollte. Für die Urlaubszeit hatte ich eine Vertretungshebamme, Meike Bernoth, die auch bei der Geburt meine zweite Hebamme sein sollte und bei der ich mich auch sehr wohlfühlte.
Der Stichtag verstrich und unser kleines Mädchen wollte sich noch nicht auf den Weg machen. Aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes, der etwas angeschlagen war, haben Vera, mein Mann und ich nach 10 Tagen beschlossen, den Geburtsbeginn zu unterstützen.
Am Samstagabend stellten sich dann die ersten leichten Wehen ein und wir bereiteten zu Hause im Wohnzimmer alles für die Geburt vor. Auch den Geburtspool, den wir uns geliehen hatten, bauten wir auf und positionierten alles so, dass wir uns damit gut fühlten. Nach drei Stunden kamen die Wehen schon recht regelmäßig, ließen sich aber gut veratmen und wir riefen Vera an, um sie vorzuwarnen. Am späteren Abend entschlossen wir uns dann, dass Vera zu uns kommt. Als sie ankam ebbten die Wehen leider wieder ab, sodass wir erst mal ins Bett gingen und Vera bei uns über Nacht blieb. Leider war auch bis zum Sonntagmorgen Ruhe und Vera fuhr unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Nach einem weiteren Versuch die Wehen zu unterstützen um 16 Uhr, ging es dann am Sonntagabend um etwa 17 Uhr richtig los.
Die Wehen waren von der ersten Wehe an sehr intensiv und in sehr kurzen Abständen, sodass mich die Situation glatt weg überrumpelt und überfordert hat. An all die Atemtechniken, die am Abend davor doch so gut funktioniert hatten, war nicht mehr zu denken. Wir riefen Vera bei den ersten Wehen an und sie machte sich direkt auf den Weg zu uns. Ich lief die Minute zwischen den Wehen ziellos umher und tönte die Wehe in der Hocke oder gestützt auf den Küchentresen. Als Vera etwa 20 Minuten später ankam, war mein erster Satz: „Das kann ich nicht schaffen!“ und mein Entschluss doch in die Klinik für eine PDA zu fahren schon sehr gereift. Ich nahm an, erst ganz am Anfang der Geburt zu stehen und keine 12 Stunden oder mehr durchhalten zu können. Als Vera mich dann kurz zwischen den Wehen untersuchte, war der Muttermund bereits 8 cm geöffnet. Dieses Wissen gab mir etwas Ruhe und Sicherheit, die Geburt zu Hause bewältigen zu können. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir einen Transport in ein Krankenhaus auch nicht vorstellen. Vera hat dann auch direkt Meike Bescheid gegeben, die sich auch umgehend auf den Weg gemacht hat und nach etwa 10 Minuten bereits da war.
Die nächsten Wehen bewältigte ich mit Veras Unterstützung im Vierfüßlerstand am Sofa und dem Petziball, während mein Mann schnell Wasser in den Geburtspool ließ. Die positiven Ermutigungen von Vera und Meike waren für mich Balsam und Stärkung, sodass ich die Hilflosigkeit und das Ausgeliefertseins während der Wehen etwas loslassen konnte. Während das Wasser einlief massierte mein Mann fortwährend meinen unteren Rücken und Steiß. Der Druck schuf mir Entlastung und war Gold wert! Auch wenn ich sehr bei mir, meinem Körper und den Schmerzen war, habe ich diese Stunden zwischen meinem Partner und mir zu Hause sehr intensiv und bereichernd erlebt.
Als das Wasser im Pool dann ausreichend hoch war, hatte ich auch schon erste Presswehen und Vera empfahl mir in die Wanne zu gehen. Allerdings kamen die Wehen so stark und in so kurzen Abständen, dass ich nicht recht wusste, wie ich das bewerkstelligen sollte. Gemeinsam mit meinem Mann entschied Vera dann eine Wehenpause zu nutzen und mir in die Wanne zu helfen. Das war eine wunderbare Entscheidung von Ihr, vielen Dank dafür.
Im Geburtspool und dem wunderbar warmen Wasser wurden die Wehenpausen dann etwas länger und damit deutlich erträglicher. Ich konnte mich wieder bewusst für die Wehe entscheiden und diese mit leiten. Vielleicht auch da dies meine erste Geburt war, habe ich diese Phase der Presswehen sehr bewusst erlebt und mir einige Zeit gelassen. Ich war ca. 40 Minuten im Pool (die mir im Nachhinein wie 5 Minuten vorkamen) bis unsere kleine Tochter gegen halb acht bei einer Presswehe komplett in das warme Wasser eingetaucht ist. Ein besonders wunderbarer Moment für meinen Mann, den er niemals vergessen wird. Vera hat mir unsere Tochter im warmen Wasser direkt auf meine Brust gelegt und wir haben sie betrachtet und willkommen geheißen.
Wir danken Vera und Meike, dass das große Wunder einer Geburt bei uns zu Hause geschehen konnte. Ein kleines, aufmerksames Mädchen, das sich die Welt direkt mit wachen Augen angesehen hat war zu Hause und wir durften uns so direkt nach der Geburt als Familie in gewohnter Umgebung kennenlernen und haben es sehr genossen.