Nachdem die Geburt von Anton für mich mit sehr vielen negativen Erlebnissen verbunden war, hatte ich großen Respekt vor dieser Geburt. Trotz der ersten sehr komplikationsreichen Geburt haben wir uns für eine Hausgeburt entschieden. Schon Wochen vor der Geburt malte ich mir abends vor dem Einschlafen immer die "Traumgeburt" aus.

Interessanterweise hatte ich bereits im Januar einen Traum von einer Frau, die eine sehr schnelle und wunderschöne Geburt hatte. Ich war dabei und bewunderte diese Frau sehr, weil die Geburt so klasse war. Erst nach Maries Geburt sollte ich verstehen, dass eben ich diese Frau war, die im Traum so toll geboren hatte.

Nach der Geburt unseres ersten Sohnes wollte ich erstmal nie wieder ein Kind bekommen. Klar war es ein wunderschönes Erlebnis, aber ich war doch sehr traumatisiert von dem 19-Stunden-Kampf mit PDA, Saugglocke und starken Nachblutungen.

Vor nunmehr 11 Jahren war ich das erste Mal schwanger. Schon recht früh war mir klar, dass ich nach Möglichkeit mein Kind nicht in einem Krankenhaus zur Welt bringen wollte. Mich schreckte die kühle Klinikroutine, die Gerätemedizin, ein möglicher Hebammenwechsel während der Geburt und die Tatsache, während der Geburt von mir fremden Menschen umgeben zu sein. Meine Umgebung reagierte zumindest skeptisch auf meine Vorstellungen. Auch meinem Partner war die Idee der außerklinischen Geburt fremd, aber er vertraute meinem Wunsch und Gefühl und stärkte mir somit den Rücken.

Nach dem ersten Besuch bei der Frauenärztin in der Schwangerschaft war ich sehr unzufrieden. Viele Fragen waren ungeklärt und ich hatte auch nicht das Gefühl, wirklich ernst genommen zu werden. Von einer Freundin, die eine Hausgeburt bei Judith hatte, bekam ich dann den Tipp, mal in die offene Hebammensprechstunde zu gehen. Dort trafen wir Vera Krause das erste Mal. Von da an machte ich die ganze Vorsorge bei ihr. Im Laufe der Schwangerschaft setzten mein Mann und ich uns dann auch mit einer Hausgeburt auseinander und je näher der Entbindungstermin rückte, desto größer wurde der Wunsch, unser Kind in den eigenen vier Wänden, weit weg von der Klinikroutine, zur Welt zu bringen.

Ich selbst bin per Kaiserschnitt zur Welt gekommen und während der Schwangerschaft habe ich sehr viel über Geburten, Seelenleben von Ungeborenen etc. gelesen. Ich wollte mein erstes Kind daher zu Hause zur Welt bringen, aber hatte auch die üblichen Zweifel, ob ich das hinkriegen würde und die Sicherheit des Babys im Auge. Nach dem ersten Informationsgespräch mit meiner Hebamme Anke Weinkopf war ich dann fest entschlossen und als ich das Buch "Die selbstbestimmte Geburt" gelesen habe, richtig motiviert eine Hausgeburt zu machen.

Ich hatte schon von schönen Geburten gehört, konnte mir aber nicht wirklich vorstellen, wie man bei einer Geburt von etwas Schönem sprechen konnte. Besonders, aufregend, intensiv vielleicht, aber schön? Die Geburt von Vincent, meinem Sohn, war für mich ein unglaublich bereicherndes Erlebnis, unkompliziert und relativ schnell für das erste Kind, aber doch nicht unheftig und sicher nicht schön. Als ich dann zum zweiten Mal schwanger wurde und die Krankenhäuser in unserer Umgebung nicht in Frage kamen, beschäftigten wir uns zum ersten mal mit der Möglichkeit, zu Hause zu gebären.

Beginnen möchte ich mit der Geburt meines ersten Sohnes Max, der im Juni 1992 zur Welt kam, also jetzt schon ein Jugendlicher ist, der mich deutlich überragt. Auch wenn die Geburten meiner Kinder schon lange her sind, so habe ich sie doch noch sehr lebendig in Erinnerung, auch, weil ich die Geburtsberichte, die mir von meiner Hausgeburtshebamme gegeben wurden, immer mal wieder lese.