Wer kann eine Hausgeburt machen?

Jede im Wesentlichen gesunde Schwangere kann, wenn sie das möchte, eine Hausgeburt planen.
Bei Besonderheiten in der Anamnese besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, ob im jeweiligen Einzelfall eine Geburt zu Hause empfehlenswert ist. Dabei spielen der Gesundheitszustand der werdenden Mutter und der Schwangerschaftsverlauf, aber auch die Motivation und die Entfernung zur nächsten Klinik eine Rolle.

Kann ich mein erstes Kind zu Hause zur Welt bringen?

Auch bei Ihrem ersten Baby können Sie frei wählen, wo es geboren werden soll. Wir nehmen gerne auch Erstgebärende zur Hausgeburt an.

Ich bin schon vierzig, bin ich damit zu alt für eine Hausgeburt?

Nein, es gibt keine Altersbegrenzung für eine Geburt zu Hause.

Ich hatte bereits einen Kaiserschnitt oder eine schwierige Geburt. Kann ich trotzdem eine Hausgeburt versuchen?

Häufig ist das möglich, es kommt aber auf den Einzelfall an: Welche Umstände haben zu den Komplikationen geführt, und wie wahrscheinlich ist es, dass sie sich wiederholen? Wie verläuft die aktuelle Schwangerschaft?
Bitte fragen Sie uns einfach, und in einem persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam Klarheit darüber, welcher Geburtsort in Ihrem Fall der sinnvollste ist.

Wir wohnen in einer Etagenwohnung. Kann man da auch eine Hausgeburt machen?

Ja, das geht gut. Viel Platz braucht man für eine Hausgeburt nicht. Auch ist es meistens bei einer Geburt nicht so laut, wie man es sich vorstellt! Allerdings macht es natürlich Sinn, wenigstens die unmittelbaren Nachbarn zu informieren. Wichtig ist, dass im Treppenhaus die Rettungswege freigehalten sind, falls es zu einer eiligen Verlegung ins Krankenhaus kommt.

Ist das zu Hause nicht eine furchtbare Sauerei?

An dem Ort, wo das Kind geboren werden soll (Bett, Fußboden, Matte etc.) wird eine Plastikplane oder Wachstuchdecke ausgebreitet, darauf kommt ein Bettlaken o.ä., und zum Auffangen von Fruchtwasser oder Blut verwenden wir saugfähige Einmalunterlagen (so furchtbar viel Blut ist es übrigens meistens nicht!!).
Die werden nach der Geburt in einen Müllsack gesteckt, die Bettlaken kommen in die Waschmaschine.
Wir sorgen dafür, dass Sie sich nach dem Duschen in ein sauberes Bett kuscheln können.

Können meine großen Kinder mit dabei sein?

Viele Mütter sind entspannter, wenn sie während der Wehen nicht das Gefühl haben, auf ihre anderen Kinder Rücksicht nehmen zu müssen.
Wenn Eltern und Kinder es trotzdem möchten, können die „Großen" dabeisein. Vorraussetzung ist, dass eine Betreuungsperson zusätzlich anwesend ist, die sich ausschließlich um das Wohl der Kinder kümmert und mit ihnen auch hinausgehen kann, wenn die Kinder oder die Gebärende das wünschen.

Ist eine Hausgeburt auch hygienisch genug?

Wir verwenden sterile Instrumente und Handschuhe. Vaginale Untersuchungen und invasive Maßnahmen beschränken wir auf ein Minimum.
Insgesamt ist das Infektionsrisiko für Mutter und Kind zu Hause eher geringer als im Krankenhaus, weil die „Hauskeime" eben die sind, mit denen Sie sowieso täglich Kontakt haben und gegen die folglich meistens auch eine Immunität besteht. Die Hygiene ist ein klares Plus für die Hausgeburt!

Aber was ist, wenn „etwas passiert"?

Es kommt natürlich vor, dass eine zu Hause geplante oder begonnene Geburt nicht zu Hause beendet werden kann.
Wenn Schmerzmittel oder Wehenmittel benötigt werden, wenn Blutungen auftreten oder das Neugeborene überwacht werden muss, wird in eine Klinik verlegt.
Da wir nach Möglichkeit diese Gründe vorher abzuschätzen versuchen, finden weitaus die meisten dieser Verlegungen frühzeitig, in Ruhe und im eigenen PKW statt, in seltenen Fällen mit Notarzt im Rettungswagen.
Vorher informieren wir das Krankenhaus, so dass dort nach Möglichkeit schon die erforderlichen Maßnahmen vorbereitet werden können.
Zur Überbrückung einer Notsituation haben wir Medikamente, Absauger und Beatmungsbeutel für Babys im Koffer.
Wir können in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen durchgehen, was sich alles hinter diesem viel befürchteten „Etwas" verbergen kann, und was man dann unternimmt. Erfahrungsgemäß tut es oft besonders den Vätern gut, dieses diffuse Etwas aufzuschlüsseln und transparent zu machen.

Kommt ein Arzt zur Geburt dazu?

Nein. Ein Arzt kann zu Hause nicht wesentlich mehr machen als die Hebamme. Wenn ärztliche Hilfe erforderlich ist, ist es auch sinnvoll, die Einrichtungen einer Klinik um sich zu haben.
Da wir aber gerne um die eigentliche Geburt herum eine zusätzliche helfende Hand haben, arbeiten wir meistens in dieser Phase zu zweit, das heißt, eine zweite Hebamme, meist aus dem Team, kommt kurz vor der Geburt des Babys dazu und assistiert bei Bedarf der ersten Hebamme.

Welche naturheilkundlichen Methoden nutzt ihr?

In unsere Arbeit fließen Homöopathie, Massagen, Kräuterheilkunde, K-Tapen sowie Elemente aus Osteopathie und Akupunktur mit ein.
In unseren individuellen Schwerpunkten ergänzen wir uns gegenseitig, bitte fragen Sie nach.