10 Tage vor dem errechneten Geburtstermin: Ich hatte schon den ganzen Tag über ‚irgendwie schlechte Laune', ohne dass es einen bestimmten Auslöser gab. Nachmittags habe ich einen kleinen Spaziergang im Wald gemacht, mich dabei langsam und schwerfällig gefühlt und mich gefragt, wie lange ich wohl noch so herumlaufen werde

 

Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, Louise bei uns zu Hause auf die Welt zu bringen, das gleich vorweg. Jede, die bereits mit dem Gedanken spielt, evtl. eine Hausgeburt zu planen und bei der schwangerschafts-/ gesundheitsbedingt nichts dagegen spricht, sollte nicht zögern, dies zu tun, um sich und dem Kind ein einmaliges Erlebnis nicht zu vergeben und dem Kind den schönsten Eintritt in sein Leben zu schenken.

im Mai 2014

Und es kam über mich wie eine Welle...

Es waren wahrlich heiße Tage im Mai. Hatte ich schon jemals so heiße Tage im Mai erlebt? Aber für den heutigen Tag waren heftige Gewitter vorausgesagt. Ja und so fühlte es sich auch an...schon früh morgens war es britzelig in der Sonne und es wurde schwüler und schwüler, richtiges Waschküchenwetter und uns stand der Schweiß auf der Stirn. „Bestes Wetter für eine Geburt" hatte mir meine Hebamme des Vertrauens – Miriam Joseph – augenzwinkernd erklärt.

Kurzum: Als Notfall- und Allgemeinmediziner kam für mich eine Hausgeburt nicht einmal im entferntesten in Frage. Möglicherweise nur deshalb, weil ich mir nie die Mühe gemacht habe, mich mit dieser Frage zu beschäftigen.

Die Geburt meines zweiten Kindes zu Hause war einfach schön. Zuerst war ich mir aber gar nicht sicher, ob ich eine Hausgeburt möchte, warum, kann ich gar nicht genau sagen.


Meine erste Schwangerschaft 2011 war schön und ohne Komplikationen. Ich freute mich sehr auf die Geburt unserer Tochter. Da ich mich sehr unwohl in Krankenhäusern fühle, beschlossen mein Mann und ich, unsere Tochter in einem Geburtshaus auf die Welt zu bringen.

 – ein Erfahrungsbericht

Meine beiden älteren Jungs sind im Krankenhaus zur Welt gekommen, da wir zu dieser Zeit noch in einer 5erWG gewohnt haben, was mich nicht unbedingt von einer Hausgeburt überzeugte. Aber jetzt wohnen wir in unserem eigenen zu Hause – und durch Lasses Geburt in unserem Schlafzimmer ist es noch viel mehr unser zu Hause geworden...


Meine erste Schwangerschaft 2009 verlief mit häufigen Komplikationen und entsprechenden Krankenhausaufenthalten und endete mit einer traumatischen Krankenhausgeburt. Danach folgten Stillprobleme und eine postpartale Depression.
Ich brauchte 4 Jahre, bis ich bereit war, meinem Wunsch nach einem zweiten Kind nachzugeben.

 

Unsere älteste Tochter ist im Geburtshaus geboren, ihre beiden Geschwister sind jeweils zu Hause zur Welt gekommen. Jede dieser Geburten war wunderbar. Jede war anders. Jede für sich habe ich in schönster Erinnerung. Unser viertes Kind sollte natürlich auch zu Hause geboren werden.