Es ist halb vier in der Nacht und mir läuft es warm das Bein herunter – Blasensprung. Jetzt geht es also los. Irgendwie dann doch unerwartet.

Ich hatte mit einer Geburt vor dem ET gerechnet, da unsere Tochter auch früher kam. Bereits ein paar Tage vor dem ET hatte ich wegen einiger Beschwerden, die mir den Alltag sehr erschwerten, schon genug von der Schwangerschaft. Nach dem ET gab es zwei „Fehlalarme“ –

 

Zum Anfang meiner ersten Schwangerschaft war ich noch sehr überwältigt und habe mich erst relativ spät mit dem voraussichtlichen Geburtsort auseinandergesetzt. Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto mehr hatte ich gefühlt, dass eine Geburt im Krankenhaus nicht zu meinen Vorstellungen passt.


Nachdem ich morgens aufgestanden war, merkte ich, dass sich etwas anders anfühlte als sonst. Es war noch mehr ein Gefühl als körperliche Anzeichen. Dann bemerkte ich den leicht blutigen Ausfluss. Ich freute mich nach fast einer Woche über Termin mal wieder ein Zeichen von meinem Körper zu bekommen, dass es weitergeht.


Unser erstes Kind ist nach einer langen Geburt wie geplant im Krankenhaus geboren. Bei der zweiten Geburt haben wir während der Austreibung die Hausgeburt abgebrochen und sind ins Krankenhaus gefahren. Ich wünschte mir also jetzt sehr, dass es beim dritten Kind zu Hause klappen würde.

Man kann (wieder einmal) gar nicht genau sagen, wann die Geburt begonnen hat. Natürlich gab es den Moment in dem klar war "heute wird das Kind kommen", aber es gab auch wie bei unserem Sohn eine Phase, in der meine Frau ganz tief in sich bereits angefangen hat die Geburt vorzubereiten ohne jedoch eindeutige Signale dafür wahrzunehmen.


Pauline ist unser drittes Kind. Ihre beiden Geschwister waren ebenfalls Hausgeburten, so dass für uns der Geburtsort von Anfang an völlig klar war.

Ich lehne mit den Armen auf der Fensterbank des kleinen Badezimmers. Mein Blick schweift zu den Kühen, die an diesem grauen, kalten Winternachmittag auf dem Stroh in ihrem Unterstand liegen. Ich könnte mich an ihre runden Bäuche schmiegen. Das Gefühl trägt mich durch die nächste Wehe.

 

Eine halbe Stunde nach dem ich mich ins Bett gelegt habe und die Augen schon zu hatte, aber nicht tief geschlafen habe, ist meine Fruchtblase „geplatzt“. Geplatzt ist eigentlich nicht das treffende Wort, sie ist eher aufgegangen, wie ein leicht mit Wasser gefüllter Luftballon.