Ich lehne mit den Armen auf der Fensterbank des kleinen Badezimmers. Mein Blick schweift zu den Kühen, die an diesem grauen, kalten Winternachmittag auf dem Stroh in ihrem Unterstand liegen. Ich könnte mich an ihre runden Bäuche schmiegen. Das Gefühl trägt mich durch die nächste Wehe.

 

Eine halbe Stunde nach dem ich mich ins Bett gelegt habe und die Augen schon zu hatte, aber nicht tief geschlafen habe, ist meine Fruchtblase „geplatzt“. Geplatzt ist eigentlich nicht das treffende Wort, sie ist eher aufgegangen, wie ein leicht mit Wasser gefüllter Luftballon.

 
Gegen 18:30 Uhr fiel mir auf, dass die Kontraktionen, die ich schon aus den letzten Wochen kannte, recht häufig kamen. Sie waren nicht besonders stark. Wir waren überzeugt, dass sich unser Kind noch ein zwei Tage Zeit lassen würde, daher verwarf ich zunächst den Gedanken, dass es sich um Geburtswehen handeln könnte, auch mein Partner hielt es für unwahrscheinlich.

Meine Erfahrung mit Geburt würde ich rundum als positiv beschreiben. Ich durfte meine eigenen Kräfte walten lassen in der Zuversicht und mit dem Vertrauen meiner Hebammen. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich bedrängt durch ihre Gegenwart und erfuhr die beiden eher als eine Erweiterung meiner Selbst. Ihr Einfühlvermögen und die Ruhe und Zuversicht die ausgestrahlt wurde, erweiterte mein Bewusstsein und mein Vertrauen in mich, in die Situation und weil Geburt so groß ist, auch in das ganze Universum.

Bereits zu Beginn meiner Schwangerschaft konnte ich mir sehr gut
vorstellen, unser Baby bei uns zu Hause auf die Welt zu bringen. Anke
hatten wir während meiner vorherigen Schwangerschaften bereits an
unserer Seite. Sie erzählte uns von ihrer Hausgeburtstätigkeit und ich
fand den Gedanken schön, zu Hause in Geborgenheit zu entbinden.

Klaras Geburt war toll. Sie kam unerwartet schnell zur Welt - nach einem langen Vorspann, wenn man so will. Immer wieder denke ich daran, wie sehr uns die Hebammen von Hand-in-Hand geholfen haben, vor, während und nach der Geburt.

Meine Erfahrung mit meinem ersten Kind im Krankenhaus waren von Stress und
schlechter Behandlung geprägt. Diese Geburt wird mir ewig als sehr negative
Erfahrung erhalten bleiben.

Geburtsbericht von Ida am 12. Oktober 2017
Den ganzen Tag über schon hatte ich das Gefühl, Fruchtwasser zu verlieren. Ich war mir aber nicht so ganz sicher, da es sehr wenig war. Einige Stunden und Unterhosen später war ich mir ziemlich sicher, dass es Fruchtwasser sein musste.


22.05. (SSW 40+3) Heute muss ich zum Frauenarzt, die ärztliche 3-Tage-über-Termin Kontrolle. Der Termin strengt mich an, danach fühle ich mich schlapp und müde und wieder erkältet. Zu Hause schlafe ich fast den gesamten Rest des Nachmittags. Gegen Abend geht es mir wieder besser, ich werde nochmal ein wenig aktiv und räume rum, bevor ich ins Bett gehe.