Meine erste Schwangerschaft 2009 verlief mit häufigen Komplikationen und entsprechenden Krankenhausaufenthalten und endete mit einer traumatischen Krankenhausgeburt. Danach folgten Stillprobleme und eine postpartale Depression.
Ich brauchte 4 Jahre, bis ich bereit war, meinem Wunsch nach einem zweiten Kind nachzugeben.

 

Unsere älteste Tochter ist im Geburtshaus geboren, ihre beiden Geschwister sind jeweils zu Hause zur Welt gekommen. Jede dieser Geburten war wunderbar. Jede war anders. Jede für sich habe ich in schönster Erinnerung. Unser viertes Kind sollte natürlich auch zu Hause geboren werden.


Anders als bei der ersten, verlief die Geburt unserer zweiten Tochter wie geplant. Nein -
besser, es war eine Bilderbuchgeburt! Ich habe bis dahin nicht gedacht, dass eine Geburt
so schön sein kann. Klar, waren auch Schmerzen dabei aber all das Drumherum hat das
nichtig erscheinen lassen.

Die Geburt von Josh am 8.2.2014
Meine älteste Tochter ist im Krankenhaus geboren, was für mich kein schönes Erlebnis war. Zur Begrüßung gleich eine Kanüle in den Arm; wechselnde Hebammen; Wehentropf; unfreundliche Ärztin; Hebammen, die nach Zigaretten rochen; Nachtschwester, die meinem Baby Fertignahrung gab, damit es nicht mehr schrie („die wird wohl nicht satt an der Brust")... all dies verunsicherte mich total und macht mich im Nachhinein wirklich traurig, denn so einen stressigen Start und so eine verunsicherte Mutter hätte meine Tochter nicht haben müssen.

 

2009 habe ich unseren ersten Sohn im Geburtshaus in Uelzen zur Welt gebracht.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft 2012 stand ich nun vor dem Problem, dass es das Geburtshaus leider nicht mehr gab. Eine Geburt im Krankenhaus war für mich eine eher nicht so schöne Vorstellung. Erstens fühle ich mich in Krankenhäusern sehr unwohl und hinsichtlich einer Geburt lehne ich die häufig vorschnellen medizinischen Eingriffe ab. Zum Glück traf ich auf einem Geburtstag auf die Mutter von Oda Helene (Geburtsbericht ist auch hier zu finden) und sie erzählte mir von Vera. Daraufhin nahm ich Kontakt zu Vera auf und schnell war die Entscheidung für eine Hausgeburt klar.

Januar 2013

Eine Erstgebärende mit 37 Jahren? Darf frau da überhaupt über eine Hausgeburt nachdenken, wo sie doch sofort den Stempel „Risikoschwangere" nur aufgrund des Alters aufgedrückt bekommt? Und wo das Krankenhaus gute 30 km entfernt ist?
Bei meinem Antrittsbesuch bei der Gynäkologin, die die Schwangerschaft bestätigte und mir sofort „Patienteninformationen" mitgab, fühlte ich mich zwar durchaus gut aufgehoben, aber auch gleich abgestempelt als Patientin.... hey, ich bin schwanger, nicht krank! Ich bin keine Patientin!

Heiligabend ging ich mit leichten Wehen ins Bett und morgens um 6 Uhr gingen die Wehen wieder los, wurden stärker und regelmäßiger. Morgens beim Frühstück rief mein Freund Miriam an, um ihr zu sagen, dass ich alle 10 min. regelmäßige und starke Wehen habe. Sie wollte, dass wir uns wieder melden, wenn die Wehen alle 7 min. kommen. Ich ging in die Badewanne und die Wehen hörten wieder auf, anstatt wie gewünscht mehr zu werden.

Etwa in der Mitte der Schwangerschaft, als sich die Horrorgeschichten über Geburten häuften, fragte ich mich, ob das immer so sein muss und wo denn die Natürlichkeit und das Wunder der Geburt geblieben wären. Ich recherchierte im Internet und stieß auf unzählige Verbote, Warnungen und Vorsorgeuntersuchungen, die man unbedingt in der Schwangerschaft beherzigen sollte. Ich wollte mich nicht durch Angstmacherei an Ärzte und Pharmaindustrie versklaven und mir und meinem ersten Kind lieber eine friedliche, sanfte Schwangerschaft und Geburt ermöglichen.

... kleiner Scherz ;-)

 

Mein erstes Kind hatte ich im Krankenhaus entbunden. Alles in allem verbinde ich damit im Nachhinein hauptsächlich sehr negative Erinnerungen. Diesmal wollte ich mir die Option einer Hausgeburt offen halten. Ich hatte Vera Krause als Hebamme gewählt, denn bereits zwei meiner Freundinnen waren völlig von ihr begeistert. Auch ich gewann während der Monate vor der Geburt ein sehr gutes Vertrauensverhältnis. Besonders gut fand ich ihre strukturierte und professionelle Arbeitsweise, die dennoch von Individualität und Einfühlungsvermögen geprägt war.