Heiligabend ging ich mit leichten Wehen ins Bett und morgens um 6 Uhr gingen die Wehen wieder los, wurden stärker und regelmäßiger. Morgens beim Frühstück rief mein Freund Miriam an, um ihr zu sagen, dass ich alle 10 min. regelmäßige und starke Wehen habe. Sie wollte, dass wir uns wieder melden, wenn die Wehen alle 7 min. kommen. Ich ging in die Badewanne und die Wehen hörten wieder auf, anstatt wie gewünscht mehr zu werden.

Etwa in der Mitte der Schwangerschaft, als sich die Horrorgeschichten über Geburten häuften, fragte ich mich, ob das immer so sein muss und wo denn die Natürlichkeit und das Wunder der Geburt geblieben wären. Ich recherchierte im Internet und stieß auf unzählige Verbote, Warnungen und Vorsorgeuntersuchungen, die man unbedingt in der Schwangerschaft beherzigen sollte. Ich wollte mich nicht durch Angstmacherei an Ärzte und Pharmaindustrie versklaven und mir und meinem ersten Kind lieber eine friedliche, sanfte Schwangerschaft und Geburt ermöglichen.

... kleiner Scherz ;-)

 

Mein erstes Kind hatte ich im Krankenhaus entbunden. Alles in allem verbinde ich damit im Nachhinein hauptsächlich sehr negative Erinnerungen. Diesmal wollte ich mir die Option einer Hausgeburt offen halten. Ich hatte Vera Krause als Hebamme gewählt, denn bereits zwei meiner Freundinnen waren völlig von ihr begeistert. Auch ich gewann während der Monate vor der Geburt ein sehr gutes Vertrauensverhältnis. Besonders gut fand ich ihre strukturierte und professionelle Arbeitsweise, die dennoch von Individualität und Einfühlungsvermögen geprägt war.

Vor der Geburt
Vor fünf Jahren hatte ich unsere Tochter zu Hause geboren, damals allerdings noch in einer anderen
Stadt. Es war eine relativ schnelle und absolut komplikationslose Geburt und trotzdem habe ich sie
als unbefriedigend empfunden. Ich hatte starke Schmerzen und fühlte mich fast während des
gesamten Verlaufes hilflos und den Wehen ausgeliefert. Zwar wollten mein Mann und ich von
Anfang an gerne auch ein zweites Kind, aber nach diesem Erlebnis sah ich mich kaum in der Lage,
das noch einmal durchzustehen.

Es war ja zu erwarten, dass es schnell gehen würde – aber so? ;-)
Da wir uns für eine Hausgeburt schon sehr früh in der Schwangerschaft entschieden hatten, fieberten wir dem ersten Tag der Rufbereitschaft entgegen, denn ab dann konnten wir wirklich damit rechnen, unser Kind zuhause zur Welt bringen zu können.
Ein wichtiger Termin lag noch an, den Matthias wahrnehmen musste – und das 500 km entfernt von zuhause! Auch wenn uns unsere Hebamme beruhigt hat, dass es meistens an solchen Tagen eben nicht losgehen würde, also entweder vorher oder nachher, war das dann schwer auszuhalten.

Die Geburt von Greta*, 10. 2.2011
*Namen geändert

Vorgeschichte: Die Geburten meiner ersten zwei Kinder (7 und 5) fanden im Krankenhaus statt. Das war damals für mich eine Selbstverständlichkeit, ich kannte niemanden, der Hausgeburten erlebt hatte, ich dachte damals nicht weiter darüber nach. Beide Geburten verliefen komplikationslos. Allerdings verlangte ich schon bei der ersten nach einer PDA, weil ich die Schmerzen unerträglich fand.

Geburt Zoe Smilla Köllmann am 23.12.2010 4:25 Uhr

3200 g,  52 cm, 33,5 cm Kopfumfang

Am 22.12.2010 fuhr ich meinen Mann um 8 Uhr zur Arbeit in die Stadt. Es lag sehr viel Schnee. Als wir bei ihm auf der Arbeit waren, merkte ich schon ein paar Wehen, die ich aber nicht ernst nehmen konnte, da ich in den letzten Wochen schon stärkere Wehen gehabt hatte. Ich ging wieder von einem falschen Alarm aus. Schnell ging ich noch eine Tweety-Zahnbürste für unseren Sohn Keanu (3 Jahre) zu Weihnachten besorgen um mich dann auf den Weg zu Vera zur Vorsorge zu machen.

 

Es ist Freitag, der 23. Oktober 2009 und wir sind gerade von einer riesigen Einkaufstour zurückgekommen. Der Plan sieht für heute Abend eine Pizza vor und so freue ich mich schon riesig darauf, während ich mit Emma, unserer zu diesem Zeitpunkt 21 Monate alten Tochter, die zahlreichen Tüten auspacke. Als wir fertig sind, wird mir plötzlich unglaublich schlecht, ich bekomme Magenschmerzen und muss mich hinsetzen. Mein Mann Uwe verfrachtet mich in die Stube, wo ich mich auf die Couch lege, so ein bisschen vor mich hinstöhne und mich ärgere, dass ich ausgerechnet jetzt, so kurz vor der Entbindung krank werde. Tolle Wurst. Uwe schnappt sich derweil Emma und geht mit ihr in die Küche, Pizza machen.

 

 

 

Mein Geburtsbericht in Kurzform liest sich wie folgt:

 

23.00 – leichte Wehen
02.30 – Blasensprung, Miriam, meine Hebamme kommt, leichte Wehen, Muttermund 2 cm, wir legen uns alle nochmals schlafen
08.00 – leichte Wehen, Miriam macht noch einen Hausbesuch, ich lege mich nochmals schlafen und gehe dann in die Wanne
11.00 – leichte Wehen, Muttermund 4 cm, wir legen uns alle nochmals schlafen
14.00 – etwas stärkere Wehen, Abstand 10 – 20 Minuten, Muttermund 6 cm, wir schlafen alle noch ein bisschen weiter
15.00 – starke Wehen, alle wachen auf
15.17 – Martha ist da!

 

Natürlich gibt es noch ein paar Details mehr, aber im Großen und Ganzen war es wirklich so. Lang aber sehr erträglich und sehr verschlafen.