Nach dem ersten Besuch bei der Frauenärztin in der Schwangerschaft war ich sehr unzufrieden. Viele Fragen waren ungeklärt und ich hatte auch nicht das Gefühl, wirklich ernst genommen zu werden. Von einer Freundin, die eine Hausgeburt bei Judith hatte, bekam ich dann den Tipp, mal in die offene Hebammensprechstunde zu gehen. Dort trafen wir Vera Krause das erste Mal. Von da an machte ich die ganze Vorsorge bei ihr. Im Laufe der Schwangerschaft setzten mein Mann und ich uns dann auch mit einer Hausgeburt auseinander und je näher der Entbindungstermin rückte, desto größer wurde der Wunsch, unser Kind in den eigenen vier Wänden, weit weg von der Klinikroutine, zur Welt zu bringen.

Ich hatte schon von schönen Geburten gehört, konnte mir aber nicht wirklich vorstellen, wie man bei einer Geburt von etwas Schönem sprechen konnte. Besonders, aufregend, intensiv vielleicht, aber schön? Die Geburt von Vincent, meinem Sohn, war für mich ein unglaublich bereicherndes Erlebnis, unkompliziert und relativ schnell für das erste Kind, aber doch nicht unheftig und sicher nicht schön. Als ich dann zum zweiten Mal schwanger wurde und die Krankenhäuser in unserer Umgebung nicht in Frage kamen, beschäftigten wir uns zum ersten mal mit der Möglichkeit, zu Hause zu gebären.