Das geborgene und sichere Gefühl der gewohnten Umgebung für mich während der Geburt und für unsere kleine Tochter direkt nach ihrer Geburt war für mich ein so schöner Gedanke, dass ich die Überlegung zu einer Hausgeburt schon direkt von Beginn der Schwangerschaft an hatte. Mein Mann hat mich in meinem Wunsch für eine Hausgeburt unterstützt. Das hat mir viel Kraft und Sicherheit gegeben.

Ich habe mich für eine Hausgeburt entschieden, da mein erstes Kind per Notfallkaiserschnitt kommen musste. Wir dachten, wir hätten alles gut geplant, das beste Krankenhaus gewählt und wären in guten Händen.


Alles eine Frage des Kopfes
Die erste Geburt unseres Sohnes hat als Hausgeburt begonnen, musste jedoch ins Krankenhaus verlegt werden. Im Nachhinein betrachtet waren es zu viele Störfaktoren, die ablenkten und ein Unwohlsein hervorriefen.

Für mich war immer klar, dass ich Zuhause gebären möchte. Ich selbst bin auch geplant Zuhause auf die Welt gekommen und meine Eltern haben beide sehr positv davon berichtet. Auch in meinem Freundinnenkreis ist die Hausgeburt sehr verbreitet.

 

Am 11.02.2015, zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin, saß ich um ca. 22:30 auf dem Sofa und unterhielt mich mit Malú. Wir waren beide quasi auf dem Weg ins Bett, als Malú plötzlich einen Blasensprung hatte.

 

10 Tage vor dem errechneten Geburtstermin: Ich hatte schon den ganzen Tag über ‚irgendwie schlechte Laune', ohne dass es einen bestimmten Auslöser gab. Nachmittags habe ich einen kleinen Spaziergang im Wald gemacht, mich dabei langsam und schwerfällig gefühlt und mich gefragt, wie lange ich wohl noch so herumlaufen werde

 

Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, Louise bei uns zu Hause auf die Welt zu bringen, das gleich vorweg. Jede, die bereits mit dem Gedanken spielt, evtl. eine Hausgeburt zu planen und bei der schwangerschafts-/ gesundheitsbedingt nichts dagegen spricht, sollte nicht zögern, dies zu tun, um sich und dem Kind ein einmaliges Erlebnis nicht zu vergeben und dem Kind den schönsten Eintritt in sein Leben zu schenken.

im Mai 2014

Und es kam über mich wie eine Welle...

Es waren wahrlich heiße Tage im Mai. Hatte ich schon jemals so heiße Tage im Mai erlebt? Aber für den heutigen Tag waren heftige Gewitter vorausgesagt. Ja und so fühlte es sich auch an...schon früh morgens war es britzelig in der Sonne und es wurde schwüler und schwüler, richtiges Waschküchenwetter und uns stand der Schweiß auf der Stirn. „Bestes Wetter für eine Geburt" hatte mir meine Hebamme des Vertrauens – Miriam Joseph – augenzwinkernd erklärt.

Kurzum: Als Notfall- und Allgemeinmediziner kam für mich eine Hausgeburt nicht einmal im entferntesten in Frage. Möglicherweise nur deshalb, weil ich mir nie die Mühe gemacht habe, mich mit dieser Frage zu beschäftigen.